Irland Route 1 - Die Besichtigung der Whiskey-Destillerie in Kilbeggan

Irland Route 1 - Die Besichtigung der Whiskey-Destillerie in Kilbeggan


Die Whiskey- Destillerie in Kilbeggan


1. Route in der Irland-Rundreise vom Juni 2012Nachdem die Reisegruppe durch Dublin Stadt geführt worden war und man Gelegenheit gehabt hatte, im "Kilkenny", einem Cafe & Restaurant noch etwas zu Essen, ging es von der Ostküste quer über die irische Insel Richtung Westküste. Zuvor hatte die Reisegruppe ihren ersten innerlichen Konflikt zu lösen: Ein Pärchen hatte nämlich unsere Sitzplätze belegt und wir waren "gezwungen" uns andere Plätze zu suchen. Diese Plätze waren zuvor von einem bayerischen Ehepaar belegt gewesen. Sie schauten uns ungläubig an, ich zuckte die Achseln und meinte: "Tut mir Leid, unsere Plätze waren gerade eben schon belegt, setzen Sie sich doch eine Reihe vor uns hin" (diese waren ebenfalls noch frei). "Wo ham sie voher ghockt?" fragte er. "Da hab i ghockt" meinte ich zurück und er setzte sich dann ohne weitere Diskussion auf die noch freien Plätze. Ein sattes Grün zeigte sich links und rechts Richtung Kilbeggan - IrlandDadurch verloren aber weitere Teilnehmer die Orientierung, doch dann beruhigte sich die durcheinander gewürfelte Menge wieder.

Ein sattes Grün zeigte sich links und rechts der Straßen. Dort wo keine Hügel zu sehen waren, erinnerte mich das Land mit dem eingeregneten Wetter doch sehr an meine Heimat Ostfriesland. "Tolles Land, tolles Wetter" sagte ich im Bus immer wieder und das meinte ich durchaus ernst, obwohl mich einige meiner Reisebegleiter ungläubig anschauten. Ich persönlich hatte kein anderes Wetter erwartet und hatte nach vielen Jahren (ich lebe seit 20 Jahren nicht mehr in Ostfriesland) endlich mal wieder heimatliche Gefühle. Während Christianes Bronchen das Wetter so gar nicht gut fanden, fühlte ich mich wie ein Fisch im Wasser. "Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung", diesen Spruch konnte ich nur voll unterstreichen.

Der strömende Regen zeigte die undichten Stellen im Museumsgebäude der Destillerie Kilbeggan - IrlandDer Weg führte uns auf etwa der Hälfte der Fahrtroute durch Kilbeggan, einer Kleinstadt mit gerade einmal 800 Einwohnern. Hier befindet sich seit 1757 eine Whiskey Destillerie mit der angeblich bekannten Whiskey-Marke "Locke's" (ich kenne keinen Whiskey). 1953 wurde die Brennerei geschlossen und 2007 wieder eröffnet. Die alten Gebäude dienen seither einerseits vorwiegend als Fasslager, andererseits als Museum.

Die Whiskey Destillerie Kilbeggan in IrlandDie Whiskey Destillerie Kilbeggan konnte mich persönlich so gar nicht vom Hocker hauen. Man sah, die Destillerie hatte schon bessere Zeiten gesehen und zeigte sich im besten Museum-Ambiente. Rauchschwarz verwitterte Gemäuer mit einem großen betonierten Parkplatz für Busse und einem relativ neuen Toiletten-Flachbau. Im Inneren des Museums hatte man weitgehend alles so gelassen wie es 1953 bei der Einstellung des Betriebes wohl verlassen worden war. Wenn man bedenkt, dass in diesen alten Gemäuer so etwas wie "Lebensmittel" hergestellt wurde, na dann man Prost!

Ein junger Irländer führte uns durch die Destillerie von KilbegganDie Führung leitete ein junger Ire der in einem gebrochenem Deutsch versuchte, uns die Geschichte der Destillerie näher zu bringen. Viel mitbekommen habe ich davon nicht, denn einerseits hat´s mich weniger interessiert, andererseits war die Destillerie auch zu eng, als das die 47 Teilnehmer alle in der ersten Reihe hätten Whiskey-Probe in der Whiskey Destillerie Kilbeggan - Irlandstehen können. Außerdem wollte ich von den alten Maschinen und Geräten Bilder machen und konnte mich daher weniger auf die Vorträge konzentrieren.

Natürlich durfte eine Verköstigung in der Destillerie nicht fehlen, sie war allerdings so ganz anders als ich es von zwei Brauereibesichtigungen in Deutschland aus den 1970er Jahren in Erinnerung hatte. Ob bei Doornkaat in Norden Ostfriesland oder bei der Rolinck Brauerei in Steinfurt / Nordrhein-Westfalen war alles so sauber und rein. Hier aber gab es staubige Whiskey-Fässer und staubige Sitzbänke. Jeder der wollte bekam einen Whiskey in einem Glas aus dem ich zuhause Saft trinke; ein Freiwilliger durfte dann noch drei Whiskey-Sorten unterscheiden und bekam als Präsent eine Mini-Whiskey-Flasche und das war’s dann auch schon. 200 Liter Whiskey für den eine Millionsten BesucherAllerdings: Für den eine Millionsten Besucher Namens "Erwin Hennefart" reifte ein 200 Liter Fass mit Whiskey in der Halle und dies war dann doch außergewöhnlich.

Simone wartet geduldig auf  ihre  ReisegruppeSimone, unsere Reiseleiterin hielt sich dezent zurück, sie hatte diese Führung sicherlich schon hundert Mal ertragen müssen. Nach der Verköstigung drängte sie zum Aufbruch. Zum Kauf von Whiskey in der Destillerie hatte sie zuvor abgeraten weil sie meinte, der Whiskey hier sei teurer als in den ... Shops am Flughafen und wer unbedingt Whiskey mit nach Hause nehmen wolle, solle sich dort mit Vorrat eindecken.

HartwigAuf den Weg zum Bus überholten wir dann Hartwig, einen hageren älteren Mann mit Elbsegler und einer Regenjacke mit der Aufschrift "Marathon Bonn". Hartwig war ganz offensichtlich Kettenraucher und hatte sich vorsorglich noch eine Zigarette angesteckt. "Na, das ist auch ne Kunst: Rauchen und dann Marathon laufen und das in dem Alter, mein Kompliment", meinte ich, während Christiane und ich ihn eingeholt hatten. "Nee, nee, ich war in Bonn nur einer der Posten" meinte er in einem trockenen nordischen Akzent. Ich wusste gleich, dieser Mann musste von der Küste kommen und damit würden wir uns für diese Fahrt schon aus "Berufs wegen" ohne weitere Worte verstehen und so war es dann auch. Hartwig kam ursprünglich aus Flensburg und wohnte jetzt offensichtlich in Bonn.

Einer unser bayerischen Mitreisenden: Wo hám Sie g´hockt?Irland-Reise - Stress wegen der Sitzplätze im BusIm Bus dann die Katastrophe: Der Bayer der so gerne vor uns auf den Sitz ghockt hätte kam erneut zu spät. Nun war sein ursprünglicher Platz nicht nur belegt, sondern auch sein Platz von Dublin bis Kilbeggan. Ein Pärchen aus Halberstadt hatte sich diesen Platz wieder zurückerobert. Nun musste unser bayerisches Ehepaar sich erneut einen Platz suchen, und zwar weiter vorne im Bus und hier nun gab es richtigen Stress. Dort nämlich hatten es sich die Sechs Darmstädter gemütlich gemacht, die es nun gar nicht witzig fanden, dass sie plötzlich auseinander gerissen wurden. Mit einem heftigen hessischen Gebabbel wurde das bayerische Ehepaar streitsüchtig angegangen, die sich dann tatsächlich dort vertreiben ließen.

Simone, die die Auseinandersetzungen notgedrungen mitbekam musste schlichten und meinte, wir seien doch eigentlich alles erwachsene Menschen und es wäre doch egal, wo jeder sitzt. Sie gab dann vor, jeder könne sich am Anfang eines Tages selbstverständlich einen neuen Platz suchen, aber bitte schön während der Tagesfahrten dann auf den zuvor gewählten Platz sitzen bleiben.

Fürs erste war der Streit geschlichtet, die Fortsetzung sollte dann am nächsten Morgen folgen.



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